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Die Vermittlung von Regeln und Werten ist auf ein Mindestmaß an Beständigkeit angewiesen (Marsh et al. 2020). Langanhaltende Schwierigkeiten bei der alltäglichen Lebensbewältigung, instabile und wenig durch Vertrauen geprägte Familienbeziehungen sowie zeitweise Zusammenbrüche der Fürsorge für das Kind können Indizien für eine unzureichende Stabilität der Persönlichkeit und der Lebenssituation der Elternteile sein. Befunde über elterliche psychiatrische Erkrankung, die zu einer sehr instabilen Lebenssituation führen (Plattner 2019), bekräftigen diese Einschätzung.
- Leistungsorientierung oder Kreativität sein, Individualität, soziale Konformität oder Bildung.
- Dies schafft eine konsistente Botschaft und ermutigt Kinder, gutes Verhalten zu übernehmen.
- Weigert sich ein Kind aus eigenem Antrieb und nicht nur vorübergehend hartnäckig, den anderen Elternteil zu besuchen, so ist nicht allein der Wille des Kindes maßgeblich, sondern vielmehr ist zu erwägen, ob durch eine zeitweise Aussetzung des Umgangs, der Kindeswohlgefährdung abgeholfen werden kann.
- Angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen, wie ökonomischen Unsicherheiten und sozialen Belastungen, kann die Verbesserung dieser Fähigkeiten dazu beitragen, die familiären Beziehungen zu festigen und eine positive Erziehungsumgebung zu schaffen.
- Andererseits sind sie in bestimmten altersbezogenen kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen begründet, beispielsweise das Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen oder die Berufswahl.
3 Formen eingeschränkter Erziehungsfähigkeit im Bereich der Vermittlung von Regeln und Werten
Offen und damit für das Kind eher erkennbar sind verbale Verdächtigungen des Konfliktpartners, anklagende und Autotermer abwertende Bemerkungen über ihn vor dem Kind. Verdecktes Vorgehen nutzt eher nonverbale Kommunikation, vor allem Mimik und Gestik, Liebesentzug bei induktionsfernem Verhalten des Kindes und Zuwendung bei induktionsnahem Verhalten des Kindes. Ihres Willens und ihrer Einstellungen ist eine Begleiterscheinung familienrechtlicher Konflikte. Die indirekteInduzierung meint das Gewähren und Versprechen von Vorteilen, wieGeschenken, Zuwendung und Freizügigkeiten. Die Kooperationsfähigkeit beinhaltet die Frage, ob ein Elternteil aufgrund seiner psychischen Kompetenzen in der Lage ist, im Trennungsgeschehen mit dem anderen Elternteil konstruktiv zu kooperieren. Grundsätzlich steht also bei der Frage der Kooperationsfähigkeit die Frage des Könnens im Vordergrund.
2 Vermittlung von Regeln und Förderung
Aus diesem Grund werden im Folgenden die unterschiedlichen Phasen der Entwicklung von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter mit ihren jeweiligen Entwicklungsaufgaben aufgelistet. Die Darstellung erfolgt in Anlehnung an die Entwicklungsaufgaben von Havighurst, wurde jedoch um einige Punkte ergänzt. Zudem werden sich daraus ergebende Anforderungen an die Eltern beziehungsweise Bezugspersonen und an die Unterstützung durch die Begleitete Elternschaft abgeleitet.
Die elterliche Kooperationsfähigkeit und -bereitschaft
Erziehungsziele müssen als unangemessen angesehen werden, wenn ein Elternteil nicht bereit oder nicht in der Lage ist, gesetzlich normierte oder bedeutsame gesellschaftliche Erwartungen (z. B. Schulbesuch) dem Kind gegenüber zu vertreten. Auch wenn das Kind zu kriminellen Aktivitäten oder zum Dulden von sexuellem Missbrauch angehalten wird, müssen die Erziehungsziele als grundlegend unangemessen angesehen werden. Zudem lässt sich von verfehlten, grundlegend unangemessenen Erziehungszielen oder Mitteln sprechen, wenn die Erziehung durch Botschaften an das Kind geprägt ist, die als psychische Misshandlung einzuordnen sind (z. B. Kind ist nichts wert und voller Fehler, s. a. Psychische Misshandlung Kap. 21). Vertreten Eltern generell eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder andere radikale bzw.
Zugleich müssen Bereiche von Selbstständigkeit und Privatsphäre immer wieder neu ausgehandelt und allmählich ausgeweitet werden. Ein Teilbereich umfassender Erziehungsfähigkeit beinhaltet das Repertoire ankognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten (Kompetenzen), das einemErziehenden zur Umsetzung von Erziehungszielen und -einstellungen inkonkretes Erziehungsverhalten verfügbar ist. Zwei der wichtigstenKompetenzen stellen die willentliche Stabilität (die Beweglichkeit in derErziehung, die je nach Ausprägung Konsistenz bzw. Inkonsistenzfördert) und die Fähigkeit zu feinfühligem Fürsorgeverhalten.
Regelverstöße hatten bei autoritativen Eltern Folgen, die aber vergleichsweise milde waren und auf die Einsicht der Kinder abzielten. Die Elternschaftsfähigkeiten spielen eine entscheidende Rolle in der Erziehung von Kindern und beeinflussen deren emotionale und soziale Entwicklung. Um die Erziehungsfähigkeiten von Eltern zu stärken, ist es wichtig, verschiedene Ansätze zu verfolgen, die auf offene Kommunikation, gegenseitigen Respekt und praktische Unterstützung abzielen. Angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen, wie ökonomischen Unsicherheiten und sozialen Belastungen, kann die Verbesserung dieser Fähigkeiten dazu beitragen, die familiären Beziehungen zu festigen und eine positive Erziehungsumgebung zu schaffen.
5 Welche Bedeutung hat die Erziehung und Förderung für das Kindeswohl?
Sollten Sie Bedarf an einem Erziehungsfähigkeitsgutachten oder an einem Erziehungshilfegutachten haben, dann nehmen Sie bitte mit der Psychologischen Praxis Saarbrücken Kontakt auf. Anregende Erfahrungen sind für die geistige Entwicklung von Kindern bereits in den ersten Lebensjahren essenziell, wobei es auf die Qualität dieser Erfahrungen ankommt. Zum Beispiel wurden Zusammenhänge zwischen dem Anregungsgehalt der Umgebung innerhalb und außerhalb der Familie von Kindern und dem Entwicklungsstand beobachtet (Vandell & Wolfe 2000). Insbesondere soziale Einflüsse (z. B. Anregung durch gemeinsames Spiel, gemeinsam gelesene Bilderbücher oder den Einbezug von Kindern in Alltagsaktivitäten) auf die kognitive Entwicklung (z. B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Problemlösefähigkeiten etc.) wurden vielfach belegt (Zimmermann & Spangler 2001). Mangelnde elterliche Förderung hängt wiederum mit Bildungsmisserfolgen (bis hin zu Schulschwänzen und Schulabsentismus) von Kindern aus ohnehin schon ungünstigen sozialen Umständen zusammen (Fahrenholz 2020). Weiterhin wurde der Anregungsgehalt familialer Alltagspraktiken („Home Literacy Environment“) für die sprachliche und kognitive Entwicklung der Kinder untersucht und Einflüsse auf das Laut- und Buchstabenbewusstsein, Entwicklung sprachlicher Kompetenzen sowie Lesen- und Schreibenlernen beschrieben (Niklas & Schneider 2013).
Alderfer hat bereits Anfang der 1970er-Jahre eine Kategorisierung in drei Basis-Bedürfnisse von Kindern vorgenommen, die miteinander in Zusammenhang stehen und in Wechselwirkung voneinander abhängig sind. Diese Basis-Bedürfnisse lassen sich feiner untergliedern, wie es zum Beispiel von Brazelton und Greenspan vorgenommen wurde. Da dieses Rahmenkonzept nur einen Einblick in die Aspekte kindlicher Entwicklung geben kann, werden nur die drei Basis-Bedürfnisse dargestellt. Die Entwicklung eines Kindes wird direkt durch das elterliche Erziehungsverhalten und Merkmale des Kindes beeinflusst.
Im Rahmen psychologischer oder medizinischer Gutachten bewertet ein Sachverständiger, ob Eltern in der Lage sind, die elterliche Verantwortung zu tragen. Dieser Prozess unterstreicht die Notwendigkeit, die elterlichen Fähigkeiten fachspezifisch zu beurteilen und zu unterstützen. Aufgabe der Eltern beziehungsweise Bezugspersonen ist es in dieser Lebensphase, Spiel- und Sprechanregungen zu ermöglichen durch das Vorhalten von passendem Spielmaterial, gemeinsamen (Spiel-) Aktivitäten mit dem Kind sowie der Ermöglichung von Kontakten zu anderen Kindern (zum Beispiel auf dem Spielplatz oder in der Kita).
Indirekt nehmen die Persönlichkeitsmerkmale der Eltern einschließlich ihrer gesundheitlichen Situation, der Qualität der elterlichen Partnerschaft, die Arbeitssituation und Lebenserfahrung der Eltern, deren soziales Netzwerk, die ökonomische Lage sowie die bisherigen Erfahrungen der Eltern mit dem Kind Einfluss (Belsky 1984). Es ist wichtig, die Einflüsse, denen elterliches Erziehungsverhalten unterliegt, mit zu bedenken, weil Unterstützungsmaßnahmen häufig sowohl beim Erziehungsverhalten selbst als auch bei den Bedingungen, unter denen Eltern erziehen, ansetzen müssen. Dem Kontinuitätsprinzip liegt die Annahme zugrunde, dass ein Kind eingrundlegendes Bedürfnis nach gleich bleibenden und stabilenLebensverhältnissen besitzt und deren Erhalt dem Kindeswohl am ehestenentspricht. Dieses Bedürfnis erstreckt sich auf verschiedene Bereiche, der Erhalt der erzieherischen Kontinuität, des sozialen Umfeldes und der räumlichen Kontinuität (Dettenborn u. Walter, 2002).Die psychologische Begründung findet der Kontinuitätsgrundsatz darin, dass ein Kind schon die Trennung der Eltern zu bewältigen hat.
Die Diskussion über die Erziehungsfähigkeit ist besonders relevant im Kontext von Kinderschutz und in gerichtlich angeordneten psychologischen Gutachten. Bei der Beurteilung von Eltern wird auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgegriffen, um festzustellen, ob die elterliche Verantwortung adäquat wahrgenommen werden kann. Die Beurteilung dieser Fähigkeit ist somit entscheidend für die Einschätzung des Kindeswohls und die Unterstützung der Familien in Krisensituationen. Die Erziehungsfähigkeit von Eltern ist ein entscheidender Aspekt, wenn es um das Wohlbefinden und die Gesundheit von Kindern geht. In der heutigen Gesellschaft beeinflussen viele Faktoren, darunter ökonomische Schwierigkeiten und soziale Veränderungen, die Rahmenbedingungen, unter denen Kinder aufwachsen.
Durch erzieherische Lenkung und Grenzsetzung werden Kindern Orientierungen, Regeln und Werte vermittelt. Teilweise geht es dabei vor allem um Schutz und Sicherheit (z. B. bei der Verkehrserziehung), häufiger um ein gelingendes soziales Zusammenleben (z. B. Regeln zur Konfliktlösung). In einem weiten Sinne dient die Vermittlung von Regeln und Werten darüber hinaus der Ermöglichung eines guten, verantwortlichen Lebens. Dieses Ziel soll über die Einübung und Verinnerlichung grundlegender Regeln sowie die Befähigung zur Reflexion und eigenständigen, wertbezogenen Entscheidungen erreicht werden.
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